Komisch war ihm das schon vorgekommen, denkt er sich heute noch oft. Aber er hat nicht auf sich gehört, damals. Und alles übersehen. Komplett. Aber selbst wenn er etwas bemerkt hätte, hätte er sich kaum die Folgen ausdenken können. Die Realität übertrifft die Phantasie im allgemeinen. Das wird immer unterschätzt.
Sie waren mit dem Zug bis in dieses Dorf gefahren und er hatte sich gleich gefragt, ob die Aussage von E., “es gäbe hier einen Tag der offenen Kellertür mit Weinwanderung” nicht auf einem Irrtum beruhte. Es waren einfach keine Leute zu sehen. Sie stapften in den eigentlichen Ort und noch immer war kein Schwein zu sehen. Niemand, nicht einmal die Ansässigen. Der Wind pfiff um die Gemäuer und er war froh, sich gut angezogen zu haben. In der Kellergasse war tatsächlich ein Presshaus geöffnet. Sie gingen hinein, grüßten und wurden von einer dicken Frau empfangen, die ihnen auf Nachfrage versicherte, dass die Führung stattfinden werde. Im Keller roch es gut. E. hatte ihm versichert, dass bei der Weinwanderung auche ein Buffet inklusive Kostproben inkludiert sei. Inzwischen hatten sich auch andere Teilnehmer eingefunden. Eine Familie mit Hund. Der Köter schaute genauso indigniert und herablassend wie seine Besitzer. Auf die Frage des nun erscheinenden Weinbauern, “ob der Hund denn jagdlich erzogen sei”, meinte die älter Dame beglückt, dass der Hund auf eine Ahnenreihe äußerst vielversprechender Jagdhunde zurückblicken könne, er selbst aber nicht ausgebildet sei. Ein Ehepaar in Funktionskleidung kam hinzu. Der Weinbauer, sich die Hände verlegen reibend, meinte, es würden wohl nicht mehr werden, als Wanderin in roter Funktionskleidung hinzutrat, sich für ihr Zuspätkommen entschuldigend. Es konnte nun losgehen. Sie waren acht.